RATGEBER

Akustik im Großraumbüro: Was wirklich hilft

2. August 2026 · Akustik · Großraumbüro · Ratgeber

In Mitarbeiterbefragungen zu offenen Büroflächen steht ein Thema fast immer oben: der Lärm. Er kostet Konzentration, jeden Tag, bei allen. Und er ist lösbar – wenn man in der richtigen Reihenfolge vorgeht.

Das eigentliche Problem ist nicht die Lautstärke

Störend ist selten der Pegel, sondern die Verständlichkeit fremder Gespräche. Sobald das Gehirn Sprache versteht, hört es zu – unfreiwillig. Deshalb wirken Maßnahmen, die Sprachverständlichkeit reduzieren, oft besser als solche, die einfach nur dämpfen.

Die Reihenfolge, die sich bewährt hat

1. Absorption an Decke und Wand

Die größte zusammenhängende Fläche in jedem Raum ist die Decke. Deckensegel und Baffeln senken den Nachhall im gesamten Raum. Ohne diesen Schritt verpuffen alle weiteren Maßnahmen, weil der Schall weiter reflektiert wird.

2. Abschirmung am Arbeitsplatz

Tischaufsatzwände unterbrechen den direkten Schallweg zwischen gegenübersitzenden Personen. Wichtig ist die Höhe: Sie muss über Kopfhöhe im Sitzen hinausgehen, sonst ist der Effekt gering.

3. Zonierung

Stellwände und raumteilende Stauraumsysteme trennen laute von leisen Tätigkeiten. Telefonate und Teamarbeit gehören nicht neben konzentrierte Einzelarbeit – das ist ein Planungs-, kein Materialproblem.

4. Rückzugsorte

Telefonboxen und Meetingkabinen nehmen genau die Gespräche aus der Fläche, die am stärksten stören. Häufig ist das die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt.

Was wenig bringt

  • Einzelne Akustikbilder an einer großen kahlen Wand: zu wenig Fläche, um messbar etwas zu bewirken.
  • Teppich allein: hilft gegen Trittschall, kaum gegen Sprachschall aus Kopfhöhe.
  • Pflanzen als Akustikmaßnahme: wirken optisch und im Raumklima, akustisch nur mit speziellem Absorberkern.

Vorher messen, nicht raten

Wie viel Absorptionsfläche nötig ist, hängt von Raumvolumen, Oberflächen und Belegung ab. Wir rechnen das durch, bevor etwas bestellt wird – sonst kaufen Sie entweder zu wenig, was nichts ändert, oder zu viel, was Geld kostet.